Geschichte

1932

Der Name 'Les Forges de Zeebrugge' erschien zum ersten Mal. Aus strategischen Gründen, die auf den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs basierten, forderte das belgische Verteidigungsministerium die Stahlwerke "Ougrée-Marihaye" auf, die Waffensparte zu verlegen. Deshalb wurden in Zeebrugge neue Produktionsgebäude errichtet. Über einen Zeitraum von 8 Jahren wurden dort Granaten und Munitionskomponenten für die Artillerie hergestellt.

Während des Zweiten Weltkriegs

Mehrere Bombenanschläge (insgesamt 12 mit den am verheerendsten am 28. Juli 1943) von alliierten Streitkräften verschonen die Gebäude des Unternehmens nicht. Aufgrund der vollständige Zerstörung wurden die Produktionsgebäude nicht wieder aufgebaut.

1947

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte die FZ ihre Aktivitäten nach Herstal zu ihre alten Wurzeln in Lüttich. Das Unternehmen war sehr aktiv in "Offshore-Verträge" für die US Army als Teil des Marshall-Plans.

1956

Einweihung der zweiten Produktionsstätte in Soumagne (Fort Evegnée) unter der Aufsicht der belgischen Streitkräfte.

1958

Der damalige Generaldirektor Jean Depouhon, dem FZ seine gegenwärtige Berufung verdankt, trat ein Reise über den Atlantik an mit dem Ziel eine Lizenz für die Produktion von Raketen bei den Amerikanern zu erwerben. Dies ermöglichte es FZ, die Rakete 70mm (2.75") unter Lizenz der US Navy zu fertigen. Diese 70mm-Rakete wurde schnell zum Schlüsselprodukt von FZ und fand weltweite Anerkennung.

1971

Erwerb der Produktionsstätte Fort Evegnée von den belgischen Streitkräften. Dieses Fort ist eine der zwölf Festungen, die als Teil der Befestigungsanlagen von Lüttich im späten 19. Jahrhundert in Belgien gebaut wurden. Fort Evegnée wird hauptsächlich für die Montage von pyrotechnischen Komponenten, zur Lagerung und zu Testzwecken eingesetzt.

1975

FZ ist Teil der von der SGB ("Societé Générale de Belgique") finanziell unterstützten Munitionsgruppe PRB ( "Poudreries Réunies de Belgique")

1970er Jahre

Zur Verbesserung der Antriebsleistung seiner Raketen, führt FZ einige neue Modifikationen in Bezug auf Raketenmotoren, Gefechtskopf, Zünder und Raketenwerfer ein. Verbesserungen des ursprünglichen Mk4-Motors für Starrflügler und des Mk40 Raketenmotors für Drehflügler (Hubschrauber) führten zu Entwicklung der Raketenmotoren FZ67 (für Flugzeuge) und FZ68 (Hubschrauber).

1983

Entwicklung eines Feuerleitrechner für Hubschrauber (GRCS), eine erste Variante des heutigen GRMU.

1984

Ende der 80er Jahre konzentrierte sich FZ auf die Entwicklung neuer Gefechtsköpfe, die durch eine programmierbare Zünder aktiviert wurden : FZ122 Flechette mit insgesamt 2.200 Pfeilen ("Flechette") und FZ149 MULTIDART mit 36 Darts für die Bekämpfung von leicht-gepanzerte Fahrzeugen.

1985

Zertifizierung des Qualitätssystems der AQAP durch die belgische Streitkräfte.

1988

FZ war mittlerweile bereits als europäischer Marktführer für Flugzeugraketen-Systeme eingetragen. Im Jahr 1988 schlossen sie sich der Thales-Gruppe innerhalb der TDA an, um den europäischen Pol der Luft-Boden-Raketen in Herstal zu schaffen, indem sie Fähigkeiten und Erfahrungen von TDA und FZ verbanden. FZ wurde zu einem Kompetenzzentrum eines der größten Akteure der Welt in den Bereichen elektronische Munition, Land- und Luftlandesysteme. Dieser Schritt ermöglichte es FZ, von einem starken internationalen Vertriebsnetz, seiner internationalen Präsenz und Infrastruktur, F&E-Fähigkeiten und anderen gemeinsamen Funktionen der Thales Group zu profitieren.

1993-1994

Entwicklung eines verbesserten Raketenmotors FZ90 neuster Generation basierend auf dem amerikanischen Mk66 Raketemotor.

1997

Erfolgreiche Integration eines 70mm-Raketensystem, bestehend aus dem Raketenmotor FZ90, verschiedenen Gefechtsköpfen und M159 Raketenwerfer auf dem südafrikanischen Kampfhubschrauber "Denel AH-2 Rooivalk".

1998

Entwicklung und Produktion eines Portfolios von Leichtbau-Raketenwerfern im Verbundstoffen (FZ225, FZ231, FZ233) in Antwort auf die höheren Anforderungen an leichten Geräten für Hubschrauber zur Erhöhung der Nutzlast und Flugautonomie.

2004

Zertifizierung nach ISO 9001.

2004

FZ startete das ehrgeizige Raketenprojekt. Von diesem Augenblick an konzentrierten sich viele ihrer Entwicklungen auf eine völlig neue Generation von Raketensystemen.

2005

Integration eines kompletten Raketensystems bestehend aus dem Raketenmotor FZ90, verschiedenen Gefechtsköpfen (FZ71 und FZ181), dem Raketenwerfer FZ225 und dem Feuerleitrechner BHIR auf dem deutschen Unterstützungshubschrauber UHT Tiger der Bundeswehr.

2006

Erster Integrationsvertrag eines FZ-Raketensystems auf indischem Plattform ALH (Advanced Light Helicopter), hergestellt von HAL (Hindustan Aeronautics Limited).

2007

Auftragsvergabe durch das spanische Verteidigungsministerium, insgesamt 24 Kampfhubschrauber Tiger HAD für die spanische Armee mit dem 70mm-Raketen-System (Raketenwerfer FZ233 und FZ225, Feuerleitrechner BHIR) auszustatten.

2010

Erste erfolgreiche Abfeuerung (Boden-Boden) einer SAL-Lasergelenkten Rakete FZ275 LGR auf dem NATO Truppenübungsplatz (TrÜbPl) in Bergen mit Unterstützung der Bundeswehr. Die Zielscheibe (3mx3m) bei 4,6 km Entfernung von einer Plattform wurde erfolgreich mit einer Genauigkeit von etwa 0,5m getroffen.

2012-2014

Einsatz unterschiedlicher Plattformen in unterschiedlichen internationalen Konflikten:

  • Deutscher Tiger UHT (ASGARD-Konfiguration) in Afghanistan (ISAF-Misson)
  • AH-2 Rooivalk in der Demokratischen Republik Kongo (Friedensmission der Vereinten Nationen MONUSCO

2015

Erfolgreiches Luft-Boden Probeschiessen der SAL-Lasergelenkten Rakete FZ275 LGR vom südafrikanischen Rooivalk Hubschrauber auf Denel Overberg Test Range (OTB).

2016

Indischer Kampfhubschrauber LCH feuert erfolgreich FZ-Raketen während 'Iron Fist 2016'

2017

Umbenennung der Forges de Zeebrugge SA in Thales Belgium SA aufgrund der Konsolodierungsbemühungen der Thales Gruppe.

Im März 2017 wurden 4 Tiger UHT der Bundeswehr im Rahmen der UN Friedensmission MINUSMA in Mali ausgestattet mit FZ® Raketenwerfer FZ225 verlegt.

Thales Belgium heute

Am Standort Herstal von Thales Belgium sind rund 75 Mitarbeiter, davon ca. 25 Mitarbeiter in den Bereichen Engineering, Forschung und Entwicklung beschäftigt. Trotz der Zugehörigkeit zur multinationalen Thales-Gruppe ist die Abteilung FZ eine flexible und reaktionsfähige Struktur immer nah beim Kunden.

Dank der starken Partnerschaften, die sie im Laufe der Jahre eingegangen sind, konnte FZ in der Wallonie zur Schaffung und Sicherung von über 200 Arbeitsplätzen beitragen und regelmäßig die Fertigung von Komponenten an ihre qualifizierten Partner übertragen.

Zu den jüngsten Entwicklungen gehören der vorfragmentierte HE Gefechtskopf FZ319, ein neuer Feuerleitrechner WMU und die SAL-Lasergelenkte Rakete FZ275 LGR.

Mit einem Umsatz von 25 Mio. € (und immer noch steigend) positioniert sich Thales Belgium zu einem der weltweit führenden Unternehmen in diesem Bereich.

Das gesamte Personal der Thales Belgium war an den Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung im weitesten Sinne beteiligt: die Aufmerksamkeit für den Kunden, "just in time", die Entwicklung von Fähigkeiten und unternehmerischem Denken. Die Struktur von Thales Belgium mit menschlicher Dimension, die in ein breites Netzwerk dynamischer und zuverlässiger Unternehmen integriert ist, verleiht ihnen eine unvergleichliche Reaktivität, Flexibilität und Kreativität.